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Bildrechte

Durch Unwissenheit zum Bilder-Dieb? Das muss nicht sein.

Gute Inhalte brauchen gute Bilder. Sie machen aufmerksam auf den Text und verstärken die Botschaft. Beim Einsatz von Fotos und Videos wird jedoch häufig vergessen, dass Rechte zu beachten sind. Dabei lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit empfindliche Nachforderungen und juristischer Ärger vermeiden.

Hinter den Bildlizenzen stecken Urheberrecht und Nutzungsrecht

Für jedes Foto gibt es einen Fotografen, dem das Urheberrecht gehört. Gleiches gilt für Bewegtbild und Video. Dieses Recht bleibt immer bestehen, es kann nicht verkauft oder verschenkt werden. Hinzu kommen die Rechte der vielleicht abgebildeten Personen oder Marken. Der Urheber muss dann über ein sogenanntes „Model Release“ verfügen, also über eine Einwilligung zur Nutzung der Bilder von Personen oder Marken, wenn er Nutzungsrechte als Lizenz verkauft oder frei zur Verfügung stellt.

Ob gedruckt, gesendet oder online:
Auf die Lizenzregelung von Fotos und Videos kommt es an

Bei einer durchdachten Bildstrategie geht es nicht nur um die Motive selbst, sondern auch um deren Einsatz: Für PR? Dann ist es sogar erwünscht, dass das Bild von Medien weiterverwendet wird. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass bei jeder Verwendung der Absender als Quelle aufgeführt wird. Für Marketing und Werbung? Vielleicht sollen Bild oder Video ausschließlich für das eigene Unternehmen eingesetzt werden, zumindest für eine gewisse Zeit. Mit einer Exklusivitätsvereinbarung zur Bildnutzung kann das sichergestellt werden. Wer nicht darauf achtet (oder das Geld nicht ausgeben will), kann Ärgerliches erleben: Im Bundestagswahlkampf 2013 gingen zwei Parteien aus unterschiedlichen politischen Lagern mit derselben radelnden Familie auf Stimmenfang. Wer wirklich einzigartige Bilder will (und das entsprechende Budget hat), beauftragt daher einen Fotografen oder eine Filmproduktion. Auch hier gilt: Vereinbaren und Prüfen der Nutzungsrechte nicht vergessen!

Mit oder ohne Kosten: Bildlizenzen bestimmen die rechtliche Verwendung

Wenn die passenden Motive gefunden sind, fragen die Anbieter üblicherweise bei der Preisfindung nach

  • Exklusivitätswunsch
  • Verwendungszweck (in welchem inhaltlichen Umfeld: Branche, B2C, B2B, Politik o.ä.)
  • Platzierung (bspw. Unternehmens-Website, Cover Broschüre, Intranet, Plakat, Messestand)
  • Auflage (bei Printprodukten)
  • räumlicher Verwendung (bspw. Deutschland, EU-Länder, weltweit)
  • Nutzungsfrequenz (einmalig, mehrmalig, beliebig häufig)
  • Nutzungsdauer (bspw. ein Jahr, fünf Jahre, unbegrenzt)
  • Auflösung (Druckqualität, Online-Nutzung etc.).

Wer eine begrenzte Laufzeit für eine Bildlizenz wählt, sollte sich gleich eine entsprechende Wiedervorlage einrichten. Denn Bildagenturen oder andere Verwertungsanbieter prüfen natürlich, ob die Nutzung tatsächlich beendet wurde.

Bei Bildern, die mit einer Einmalzahlung oder kostenfrei (bspw. mit einer Creative-Commons-Lizenz) unbegrenzt genutzt werden können, ist üblicherweise der Urheber verpflichtend zu nennen: im Bildnachweis einer Broschüre, am Rande eines Plakats, im Impressum einer Website oder anderswo. Auch hier empfiehlt es sich, die Nutzungsbedingungen sorgfältig zu prüfen und entsprechende Vermerke im eigenen Bildarchiv zu hinterlegen.

Viele Fallstricke in der Social-Media-Kommunikation

Natürlich geht es bei Social Media ums Teilen und Weiterverbreiten. Gerade in Onlinemedien verbreitet sich aussagekräftiges Material blitzschnell. Bei der Verwendung von Bildern und Videos ist daher ganz besondere Sorgfalt gefragt. Was viele nicht wissen: Das gilt bereits für die Vorschaubilder, die in sozialen Netzwerken die externen Links bebildern. Wer die Nutzungsrechte eines Bildes nur für die Verwendung auf der eigenen Website hat, darf kein Vorschaubild auf einer anderen Plattform einstellen.

Bei Facebook lauern weitere Stolpersteine. Für jedes dort gepostete Bild wird Facebook – per AGB, denen jeder Nutzer beim Einrichten des Profils oder der Fanseite zugestimmt hat – automatisch ein Nutzungsrecht für beliebige eigene Zwecke eingeräumt. Nicht nur das: Facebook erhält zudem das Recht, das Bildnutzungsrecht selbst weiterzuveräußern.

Bei Unklarheiten besser Finger weg

Die unrechtmäßige Nutzung von Fotos und Videos kann zu Abmahnungen und lästigen Zwistigkeiten führen, deren Aufwand die Kosten für eine rechtlich einwandfreie Verwendung häufig übersteigt. Auch bei Bildrechten gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Ist es nicht eindeutig, woher das Bild oder das Video stammt und welche Rechte zu beachten sind, sollte besser ein anderes Motiv recherchiert werden.

 

Eine Schlussbemerkung:
Bedenken Sie bitte, dass dieser Beitrag keine Rechtsberatung ist und diese auch nicht ersetzen kann. Wenn Sie auf Nummer Sicher gehen wollen, lassen Sie Ihre jeweiligen Inhalte von einem Anwalt prüfen.

Sabine Rupp · FRAU RUPP Unternehmensbegleitung · Köln